Diskussion - Schnaps, Ätherische Öle, Essig

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RE: Schnaps-Reifung
Von: baerbeli am 08.01.2013 10:36:52 | Region: Neustadt/Pfalz
Hallo Brennergemeinde,
ich habe schon einmal hier etwas zur Schnapsreifung geschrieben und behauptet, dass, ich drücke es mal drastisch aus, nur der Furz im Gehirn des Brenners bestimmt, was richtig ist. Unter rochelt habe ich der Weisheit letzten Schluss gefunden. Hier schreibt ein Brenner - und wenn man den ernst nimmt, fällt man vom Glauben ab. Viel Vergnügen!:

"Lagerung und Reife
Gut Schnaps will Weile haben. Gebrannt ist er noch längst nicht
fertig. Unsere hochprozentigen Destillate lagern im offenen Dachboden:
in Glasballons, die 50 Liter fassen, und – zu nur drei Vierteln gefüllt –
mit einem Leintuch abgedeckt sind. So ist der Schnaps das ganze Jahr
hindurch dem Auf und Ab der Temperaturen ausgesetzt. Im Sommer
oxidiert er: Bei einer Stauwärme bis zu 35 Grad gibt er Alkohol ab und
zieht Sauerstoff aus der Luft. Bei Minusgraden im Winter verharrt das
Destillat in einer Ruhephase. Unter diesen Bedingungen reifen unsere
Schnäpse mindestens drei bis acht Jahre. Mit der Oxidation verdunsten
zwei Grad Alkohol im Jahr. Erst nach der langen Lagerung stellen wir
unsere Kostbarkeiten mit Quellwasser – so ist’s Tiroler Tradition – auf
mindestens 50 Prozent Trinkstärke ein. Zur „Mariage“ (französisch:
„Hochzeit“) wird das Quellwasser über Nacht neben dem Schnaps
platziert, um im selben Raum ihre Temperaturen anzugleichen. Nach
und nach mengen wir das Wasser bei. Unser hochprozentiger Schnaps ist
immer glasklar und muss nicht filtriert werden.
Ist die „Hochzeit“ vorbei, gönnen wir dem Schnaps einige
Monate Ruhe, auf dass er sich von der Verstörung erhole und wieder
homogen werde. Nun endlich füllen wir das kostbare Gut ab und bereiten
es für den Verkauf vor. Jeder Schnapsbrenner „von Graden“ ist bestrebt,
die Trinkstärke mit einem Minimum von Wasser zu erreichen. Auch
weiß er: je länger ein Destillat lagert, um so milder wird es. Unsere
Muskattraube, die mit 70 Grad Alkohol auf den Dachboden kommt und
derzeit sieben Jahre lagert, verliert in dieser Spanne 14 Grad Alkohol.
Solchermaßen gereift, ist der Schnaps mild und rund geworden und trotz
der hohen Grade angenehm zu trinken." (Zitat Ende)
Ich fasse das mal zusammen: Nach dem Brennen kommt das Zeug auf den Dachboden, fertig! Noch eine kleine Anmerkung: Schnaps kann nicht Sauerstoff aus der Luft ziehen! Und was sollte der Sinn dieser Aktion sein? Wenn man das alles hinterfragt und dann gerade mit einem Brenner gesprochen hat, der seine Schnäpse bei stets gleichbleibenden Temperaturen reifen läßt und darauf schwört, ja dann schüttelt man als alter Säufer nur noch stundenlang den Kopf!!
Prost

der hans vom baerbeli
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