Diskussion - Schnaps, Ätherische Öle, Essig

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Gin Botanicals separat brennen?

madef am 11.04.2020 16:13:14 | Region: AT

Liebe Brennfreunde,


vergnüge mich seit einiger Zeit mit dem Hobby des Selbstbrennens und würde gerne auch einmal Gin versuchen. Meine Frage dabei ist, ob ich die Gin-Basis, also nur den Wacholder, und die einzelnen Botanicals, die mich interessieren, separat brennen soll.

Ich würde dann die Botanical-Essenzen tröpfchenweise zur Gin-Basis (vorverdünnt auf Trinkstärke? Oder lieber hinterher?) geben, bis der Geschmack passt.


Zweite Frage wäre dann, ob ich das Gemisch erneut brenne, oder ob ich den Gin als "fertig" (Reifung würde folgen) betrachte.


Alternativ könnte ich natürlich einfach Wacholder und weitere Gewürze zusammen mazerieren und in einem Schwung brennen.


Ersteres Verfahren hätte den Vorteil, dass ich mir eine Sammlung von Botanical-Essenzen zulegen könnte und flexibel experimentieren kann.


Was meint Ihr? Habt Ihr Tipps für einen Anfänger?


Danke und beste Grüße!

RE: Gin Botanicals separat brennen?

wildcat am 07.05.2020 18:07:07 | Region: Bayern

Hallo,

das "Standardverfahren" für Gin ist ja, zunächst einen Rohbrand aus einer Getreide- oder Zuckermaische zu brennen (also im Prinzip Wodka) und dann in einem zweiten Feinbrand den Gin herzustellen. Dort löst dann der heiße Alkoholdampf die Aromen aus den Botanicals.

Ich brenne meinen Gin in einer selbstgebauten Reflux-Destille, in der ich oben im Dampfraum eine Art "Kammer" eingebaut habe in die ich die Botanicals einbringe. Dabei teile ich die Botanicals in drei Partien auf:

- Basis (Wacholder und Koriander)

- Erdiges (Veilchenwurzeln, Angelikawurzeln)

- Zitrus (Zitronen-, Organgen-, Limettenschalen)

Während der Feinbrand läuft, bringe ich nacheinander die drei Partien Botanicals in die Destille ein und lasse den Alkoholdampf seine Arbeit tun. Am Ende habe ich dann drei separate Destillate mit der Basis, dem Erdigen und dem Zitrus und kann diese dann so mischen wie es mir schmeckt. Dazu verdünne ich die Einzeldestillate zunächst auf Trinkstärke bzw. sogar darunter, da ich dann die Aromen besser schmecke.